Karateschule Thun

Aspekte des Karate-Trainings

Karate für Kinder

An der Karateschule Thun legen wir im Kindertraining folgende Schwerpunkte:

  • Gesundheit
  • Selbstvertrauen
  • Koordination
  • Konzentration

Eltern und Lehrer von Karate betreibenden Kindern berichten immer wieder Positives: Durch das Training erlangen die Kinder ein gesundes und verbessertes Selbstbewusstsein, eine verbesserte Konzentrationsfähigkeit und mehr Disziplin.
Fortschritte im Karate können nur über das Verbessern der eigenen Technik erzielt werden, dies erfordert von den Kindern viel Beharrlichkeit und Ausdauer, Mut und Kraft. Fähigkeiten von denen sie ein Leben lang profitieren.
Karate ist eine ganzheitliche Sportart, welche hohe Ansprüche an die Koordination stellt und sie dementsprechend fördert. Die Schwerpunkte aus sportlicher Sicht bestehen im Kindertraining aus Muskelstärkung, Beweglichkeitsübungen, Haltungs- und Gleichgewichtstraining. Hinzu kommen Atemübungen und Meditation, wodurch sich das Training positiv auf die körperliche Verfassung auswirkt.
Nebst den sportlichen Aspekten sind wir an der Karateschule Thun ausserdem bestrebt, den Kindern Werte wie Freundschaft, Respekt, Ehrlichkeit, Selbstbeherrschung und Höflichkeit zu vermitteln.
Das Wichtigste für uns ist dabei, dass die Kinder stets Spass und Freude am Karate haben, denn je motivierter sie sind, umso mehr Fortschritte machen sie.

Karate für Erwachsene

Im Training für Erwachsene legen wir folgende Schwerpunkte:

  • Sicherheit & Selbstverteidigung
  • Fitness & Gesundheit
  • Kunst & Ästhetik
  • Philosophie & Persönlichkeitsschulung

Karate entstand aus der Notwendigkeit sich selbst zu verteidigen, wodurch ein bis zur absoluten Tödlichkeit perfektioniertes Selbstverteidigungssystem entstand. Im Karatetraining lernen Sie also Techniken, mit welchen Sie sich im Notfall selbst verteidigen können. Eine Fähigkeit welche einem im Alltag sehr viel Sicherheit und Selbstvertrauen gibt.
Nebst der Selbstverteidigung beinhaltet Karate jedoch noch zahlreiche andere Aspekte.
Als ganzheitliche Sportart bei welcher alle Muskelpartien gestärkt werden, fördert Karate die Gesundheit und hält Ihren Körper fit und beweglich.
Karate ist aber auch eine sehr ästhetische Kunst, bei welcher wir stets nach der perfekten Technik suchen. Körperhaltung und Ausstrahlung spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch regelmässiges Training verändert sich daher Ihre natürliche Haltung und Sie entwickeln mehr Eleganz und Ausdruck.
Nicht zuletzt ist Karate aber auch Persönlichkeitsschulung und enthält sehr viele philosophische Aspekte. Viele übungen verlangen sehr viel Aufmerksamkeit, Wille und Mut. Diese Fähigkeiten verbessern sich durch regelmässiges Training und sind besonders im Alltag sehr hilfreich.

- Karate bietet eine wertvolle Möglichkeit, den Willen stark, den Körper beweglich und den Geist wach zu halten. -

Kihon: Grundschule

Das Kihon besteht aus dem Studium und der Übung einzelner sowie kombinierter Techniken, welche mehrere Male wiederholt werden. Das Ziel des Kihon ist das korrekte Erlernen und die Praxis der richtigen Dynamik der Grundtechniken, um das Kime zu entwickeln.

Die Entwicklung des Kihon ist auf Meister Gichin Funakoshi zurückzuführen, welcher die ersten Techniken einiger traditionellen Kata entnahm, da er diese als ungeeignet für das Training von großen Gruppen unerfahrener Schüler betrachtete.

Durch das ständige Wiederholen der Techniken verbessern sich die Muskelkraft und das Verständnis des Übenden für die einzelnen Techniken. Zudem lernt er, die Techniken und Bewegungen mit der richtigen Körperdynamik auszuführen.

Jede Technik wird in seiner Idealform genauestens studiert und jede Bewegung wird exakt, gemäß der Vorgabe ausgeführt, wodurch die Techniken ständig perfektioniert werden. Der Schüler erlernt dabei die korrekte Verwendung seines Körpers und seiner Energie.

Kata: Das traditionelle Erbe des Karate

Kata bedeutet wörtlich "Form", "Modell". Es handelt sich um einen realen Kampf gegen immaginäre Gegner. Obschon dabei der physische Kontakt nicht vorgesehen ist, muss die Kata mit Kraft, Aufmerksamkeit, Konzentration und Geschwindigkeit - also Kime ausgeführt werden.
Für die Praktizierenden des Karate stellen die Kata die Essenz dieser Kampfkunst dar, da sie in sich den Geist und die Taktiken des Kampfes (Kumite) sowie die Grundtechniken des Kihon vereinen.

Die Kata sind das Herzstück des Karatetrainings, das durch die Meister aus Okinawa überliefert wurde. Sie sind entstanden um die richtige, physische und mentale Handlung in realen Konfliktsituationen zu studieren und zu erlernen.
Es war seine gesamte Lebenserfahrung, welche der Meister in eine einzige, von ihm entwickelten Kata einfliessen liess. In dieser Form waren alle Charakteristiken seiner Praxis enthalten.

Im Shōtōkan gibt es insgesamt 27 Kata, und viele davon haben ihre ganz besonderen Eigenheiten.
Jede Kata beginnt und endete mit dem Gruss (Rei), der den Respekt und die Grazie, welche die innere Stärke des Karate-Ka darstellen, demonstriert. Bei der nachfolgenden Ausführung der Kata muss jede Technik mit der korrekten Form, Dynamik, Kraft und Geschwindigkeit und vor allem, mit dem richtigen Budō-Geist ausgeführt werden.
Jede Kata hat eine ganz bestimmte Schrittabfolge (Enbusen). Zudem muss der Karate-Ka während der ganzen Kata die Aufmerksamkeit gegenüber den verschiedenen immaginären Gegnern, die ihn angreifen, konstant aufrechterhalten.

Die Shōtōkan-Kata

Taikyoku
Es ist die erste Kata die man lernt. Es handelt sich dabei um eine scheinbar einfache, für Anfänger geeignete Kata, die jedoch auch für höher Graduierte geeignet ist.
Diese essentielle Kata des Karate-Dō wurde durch Yoshitaka Funakoshi überliefert.

Kata Heian - Friede und Ruhe
Die Heian Kata stammen ursprünglich von Meister Kūshankū aus China, von welchem auch die Kata Kankū Dai stammt. Meister Itosu führte sie im Jahre 1905 in den Schulen ein. Es handelt sich um Kata die für Anfääger besonders geeignet sind, für das schnelle Erlernen der richtigen Haltung und der Grundkonzepte der Selbstverteidigung.
Die "Familie" der Heian Kata umfasst fünf Kata (Heian Shodan, Heian Nidan, Heian Sandan, Heian Yondan, Heian Godan).

Kata Tekki - Eisenreiter
Die drei Tekki Kata (Tekki Shodan, Tekki Nidan, Tekki Sandan) stammen von der ursprünglichen Kata Naihanchi, dssen Ursprung unsicher ist, ab.
Meister Itosu teilte die ursprüügliche Kata in drei Teile, um deren Studium zu erleichtern. Die Tekki Kata werden durch die Stellung Kiba-Dachi (Reiterstellung) und die Bewegungen, welche seitlich auf einer Linie erfolgen, charakterisiert.

Kata Bassai - Sturm auf die Festung
Es handelt sich um eine der ältesten Formen von Kata, chinesischer Abstammung, welche auf der Insel Okinawa unter dem Namen Passai bekannt waren.
Je nach Stil bestehen verschiedene Versionen dieser Kata. Im Shōtōkan-Stil werden zwei Versionen praktiziert: Bassai Dai und Bassai Shō.

Kata Kankū - Blick zum Himmel
Die Kankū Kata stammen von der antiken Kata Kūshankū ab, benannt nach dem Namen eines alten Meister der Kampfkünste, einem chinesischen Gesandten, der 1761 nach Okinawa kam. Dieser lehrte sie seinem Schüler Meister Sakugawa, ein Meister des To-De, welcher sie abänderte und seinerseits an Meister Matsumura weitergab.
Meister Itosu seinerseits lernte sie von Meister Matsumura und entwickelte daraus die zwei heute bekannten Formen: Kankū Dai und Kankū Shō.

Kata Jion - Liebe und Gnade, Antiker Shaolintempel
Der Urspung dieser Kata ist ungewiss.
Es ist sehr wahrscheinlich dass sie von China stammt, jedoch wissen wir nicht wann und wie sie auf der Insel Okinawa modifiziert wurde. Der Name entspricht einem Shaolinkloster und einige der Positionen erinnern an die der Mönche aus dem Tempel. Auf spiritueller Ebene sagt man, dass die korrekte Ausführung dieser Kata der perfekten Reife des Buddha ähnlich sei.
Das Ausüben dieser Kata führt zu einer tiefen Harmonie zwischen Körper und Geist.

Kata Jitte - Zehn Hände
Der Gebrauch der offenen Hand in all seinen Varianten für die Abwehr von Stockangriffen, charakterisiert diese Kata. Ein Name den man auch der grossen Kraft, diejenige von zehn Händen eben, zuschreiben kann, die der Übende dieser Kata entwickeln kann.

Enpi - Flug der Schwalbe
Diese Kata, mit chinesischer Ursprung, stammt von der ältesten Kata ab, die auf Okinawa geübt wurden: Wan-Shu. Der Name stammt von einem Experten der Kampfkünste aus dem Jahre 1630. Die Kata erfuhr Veränderungen und Korrektionen von Seiten der Meister Itosu und Matsumura. Der Name bezieht sich auf die enorme Variationen der Höhe der Hüften des Ausführenden, welche an den Flug der Schwalbe erinnert.

Hangetsu - Halbmond
Diese Kata stammt von der ursprünglichen Form Seisan ab. Meister Itosu lernte sie von Meister Higahonna. Er veränderte danach die Kata und gab sie an seinen Schüler, Meister Gichin Funakoshi, weiter.
Der Name stammt von der halbkreisförmigen Bewegung, die der Ausführende mit seinen Füssen beschreibt. Speziell interessant ist in dieser Kata, das Studium der Atmung und Stellung.

Gankaku - Kranich auf dem Felsen
Die Kata Gankaku hat ihren Ursprung in der Kata Chinto und ist chinesischen Ursprungs. Sie erhielt ihren Namen im Jahre 1922 durch Meister Funakoshi.
Die zwei Ideogramme dieser Kata stehen für einen Kranich auf einem Felsen und beziehen sich auf die, für diese Kata typische Stellung auf einem Bein.
Im Taoismus ist der Kranich das Symbol für Unsterblichkeit und Weisheit. Speziell interessant sind, nebst der Stellung, auch die dynamischen und flüssigen Bewegungen.

Unsu - Wolkenhände
Der Name dieser Kata stammt von den Handbewegungen, die darin vorkommen, ab. Der Ursprung dieser sehr antiken Form ist unsicher.

Nijūshiho - Vierundzwanzig Schritte
Der Ursprung dieser Kata ist nicht klar definiert. Sie ist chinesischen Ursprungs und wurde Niseishi genannt. Auf Okinawa wurde sie von Aragaki studiert. In Japan angekommen nannte sie Meister Funakoshi Nijūshiho.

Sōchin - Ruhige Kraft
Dies ist die typische Kata des Shōtōkan. Sie unterscheidet sich durch die spezielle und schwierige Position (Fudō-dachi), welche durch Meister Yoshitaka Funakoshi geprägt wurde.

Meikyō - Klarer Spiegel
In Okinawa war diese Kata unter dem Namen Rohai bekannt, wovon es drei Varianten gab. Alle drei unterscheiden sich sehr deutlich von der heutigen Form. Meister Funakoshi lehrte sie, jedoch wurde sie erst nach seiner Zeit bekannt.

Chinte - Seltene Hand
Chinte, eine antike Kata aus Okinawa, die durch zirkuläre Bewegungen charakterisiert wird, woraus man ihren chinesischen Ursprung erkennt.

Jiin - Liebestempel des Buddha
Stammt möglicherweise aus dem Tomari-Te. Es kommen dabei gleichzeitig ausgeführte Doppelabwehren vor. Gleich wie Jion und Jitte, beginnt der Name mit "Ji-", was auf dieselbe Herkunft hindeutet.

Wankan - Königskrone
Wankan ist eine sehr urpsrüngliche Kata der Insel Okinawa, deren Geschichte zu einem grossen Teil unbekannt ist. Die verschiedenen Varianten wurden durch Meister Matsumura aufgenommen und erweitert. Noch heute erinnern einige Varianten stark an den Stil des Tomari-Te.

Kumite: Kampf mit dem Gegner

Das Kumite ist einer der Schlüsselpunkte des traditionellen Karate.
Zusammen mit der Kata bildet es eine unzertrennliche Vereinigung: Während die Kata ein realer Kampf mit immaginären Gegnern ist, wird im Kumite gegen reale Gegner gekämpft. Kata dient also dem Studium und dem Erlernen des korrekten Kämpfens.
Es bestehen verschiedene Kumite-Formen, die abhängig vom Niveau des Praktizierenden geübt werden.

Kihon Ippon Kumite
Ist das fundamentale und essentielle Kumite, welches die Basis aller späteren Kumite-Formen bildet.
Die beiden Athleten stellen sich mit der Distanz einer Armlänge auf und sagen im Voraus die Art und Höhe des darauffolgenden Angriffes an.
Die Einfachheit dieser Kampfform dient dazu, den Geist und die Technik des Anfängers zu schulen.

Sanbon Kumite und Gohon Kumte
Der Grundgedanke dieser Kumite-Formen, das mehrfache Wiederholen derselben Technik, stammt aus dem klassischen Kendō.
Ein Athlet sagt dabei im Voraus an, welchen Teil des Körpers er angreifen wird, und wiederholt den Angriff drei (Sanbon) oder fünf (Gohon) Mal. Das Hauptziel liegt neben der geistigen und körperlichen Stärkung des Praktizierenden in der korrekten und somit natürlichen Ausführung der Verteidigung.

Jyu Ippon Kumite
Halbfreie Kampfform mit angesagtem Angriff.
Dient der Vorbereitung des richtigen, freien Kampfes. Im Jiyu Ippon Kumite werden auch Täuschungen und Bewegungen eingesetzt, und es dient dem Studium einer realen Anwendung der Techniken sowie der richtigen Distanz.

Jyu Kumite
Es ist die Endform des Freikampfes. Die Athleten konfrontieren sich mit dem Einsatz ihrer maximalen körperlichen und mentalen Fähigkeiten.
Von grundlegender Wichtigkeit ist die Wahl der richtigen Strategie, welche sich von Gegner zu Gegner und von Kampf zu Kampf unterscheidet: Abwehr mit anschließendem Konter (Go No Sen), Angriff im Moment des gegnerischen Angriffes (Tai No Sen) und schließlich der zuvorkommende Angriff vor der Initiative des Gegners (Sen No Sen).

Bei allen Kumiteformen ist die Kontrolle des Angriffs wichtig - Nicht nur, um den Gegner nicht zu verletzen, was den Prinzipien des Karate-Dō konterproduktiv begegnen würde, aber auch, um den Geist zu schulen und den eigenen Körper unter Kontrolle zu behalten.
Für den Karateka bedeutet "Kontrolle des Angriffs" nicht, nicht zu treffen, sondern zu treffen wo und wie man beabsichtigt. Auf diese Weise behält das Kumite alle Aspekte des realen Kampfes bei, ohne jedoch einen überflüssigen Schaden anzurichten.